Google stellt Google Cloud Print zum Jahresende 2020 ein

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Google stellt seinen Cloud-Printing-Dienst zum Jahresende 2020 ein. Was nun? Gibt es eine Alternative zu Google Cloud Print?

2021 das Ende von Google Cloud Print
Ab Anfang 2021 nicht mehr verfügbar: Google Cloud Print wird eingestellt.

Konkret heißt es auf der Google Support-Seite und in der an einige GSuite-Anwender versendeten Nachricht, dass Google den Google Cloud Print Dienst zum 31.12.2020 einstellen wird. Folglich werden alle Geräte und Anwendungen, die Google Cloud Print nutzen, ab 1.1.2021 auf diesen Service nicht mehr zugreifen können.

Der Google Print Service ist, obwohl er nie aus der Betaphase kam, ein geschätzter und vielfach genutzter Service, ob von Privatanwendern, Bildungseinrichtungen oder Unternehmen. Google Cloud Print macht das, was Anwender von einer solchen Lösung erwarten: Es ermöglicht einfaches Drucken auf Drucker, unabhängig von Endgerät und Ort. Nahezu jeder Druckerhersteller unterstützt deshalb Google Cloud Print.

Ist Cloud Printing tot?

Nein. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn die legendär lange Betaphase zeigt, dass Drucken leider alles andere als einfach ist. Die Anzahl der Drucker, der Anwendungen und Betriebssysteme ist einfach zu groß, als dass man Cloud Printing nebenbei lösen könnte. Mehr Energie hätte Google sicher in das Projekt gesteckt, wenn es zum Google-Businessmodell gepasst hätte. Aber der Druckprozess, wenn er schnell und einfach verlaufen soll, beinhaltet einfach viel zu wenig Anwenderinteraktion, als dass Google damit eine höhere Reichweite für seine Werbeeinblendungen erreichen könnte.

Das Google sein Cloud Print jetzt abkündigt, kann sich für Google auszahlen. Denn Google hat durchaus ein Interesse daran, dass möglichst viele Anwender ihre Endgeräte und Lösungen insbesondere die GSuite einsetzen. Gerade der Siegeszug des Chromebooks im Bildungssektor kommt Google zugute. Eine verstärkte Verbreitung im Enterprise-Markt käme Google gerade recht. Interessanterweise könnte Microsoft mit seinem kürzlich gelaunchten Windows Virtual Desktop hier sogar Schützenhilfe leisten. Denn ein Chromebook, das über HTML5 auf einen Desktop aus der Cloud zugreifen kann, ist ein ideales Arbeitsgerät. Dennoch! Machen wir uns nichts vor: Google Cloud Print konnte und kann Unternehmensanforderungen nicht gerecht werden. Zu gering sind die Managementmöglichkeiten der Plattform. Eine unzureichende Drucklösung kann im Enterprise-Bereich aber schnell zu einem Bremsschuh werden. Deshalb kann die Entscheidung von Google, sich aus diesem Bereich herauszuhalten, durchaus weise sein.

Die Zeit ist reif für Enterprise Cloud Printing

Die Zeit ist jetzt wirklich reif für Enterprise Cloud Printing, denn Unternehmen haben am Cloud Printing gerade erst Gefallen gefunden. Ist doch Drucken sicherlich einer der letzten Prozesse, der in die Cloud wandert. Mal davon abgesehen, dass natürlich der Drucker immer On-Premises sein wird, lässt sich gerade beim Drucken für Unternehmen der Aufwand durch Cloud Printing drastisch reduzieren. Die Effizienzvorteile der Cloud sollten nicht beim Drucken enden. Dies haben mehr und mehr Unternehmen verstanden, stellen aber gleichzeitig hohe, wenn auch verständliche Anforderungen an Cloud-Printing-Lösungen. Um diesen Wünschen gerecht zu werden, hätte Google viel investieren müssen. Mit dem Rückzug schafft Google Raum für Alternativlösungen. Denn für Softwareanbieter lässt eine kostenlose Lösung von Google wenig Raum für Innovationen. Weder ein aggressiver Preis, noch eine ausgefeilte Online-Strategie sind hier Google gewachsen. Deshalb wundert es auch wenig, dass das Feld der Alternativen recht dünn ist.

Google Cloud Print Alternativen

Zwar haben Anwender und Unternehmen noch ein Jahr Zeit, dennoch macht es Sinn, sich schon jetzt Gedanken zu einer möglichen Google Cloud Print-Alternative zu machen. Dazu sollte man sich zuerst genau das aktuelle Einsatzszenario von Google Cloud Print anschauen. Hinzu kommen alle Anforderungen, die sich aktuell nicht mit Google Cloud Print umsetzen lassen, die aber gewünscht sind. So aufbereitet, fällt es wesentlich leichter, die richtig Auswahl zu treffen.

Schaut man sich das Feld der Lösungsanbieter an, so ist darauf zu achten, dass es einerseits Lösungen gibt, die auf Google Cloud Print basieren und somit von der Einstellung des Services ebenfalls betroffen sind, andererseits unter Cloud Printing auch durchaus andere Szenarien verstanden werden, wie zum Beispiel die Beauftragung einer Online-Druckerei oder das einfache Management der Drucker durch die Cloud. Diese Lösungen kommen für eine Ablösung von Google Cloud Print deshalb erst gar nicht in Betracht.

Alternativen von ThinPrint

Wir bei ThinPrint sind überzeugt, dass dem Cloud Printing die Zukunft gehört. In den nächsten Monaten, also noch rechtzeitig vor dem Aus von Google Cloud Print, werden wir alle unsere Cloud-Printing-Lösungen in unserem Produkt ezeep vereinen. Auf der ezeep Website können Sie unsere Vision von der Zukunft des Druckens nachlesen. Sollten Sie schneller wechseln wollen, so bieten wir Ihnen folgende Lösungen:

ThinPrint Cloud Printer. Die kostenlose Lösung für den Privatanwender.

ezeep. Die führende Drucklösung für Coworking Spaces und den Bildungsbereich

ezeep for Azure. Die vollständig in das Azure AD integrierte Drucklösung für Unternehmen, insbesondere auf den Einsatz von WIndows Virtual Desktop optimiert.

Eine (englischsprachige) Anleitung, wie man von Google Cloud Print zu ezeep wechselt, finden Sie in unserem Helpdeskbeitrag How to Switch from Google Cloud Print to ezeep.

Google lässt Anwendern ein Jahr Zeit, auf die Änderung zu reagieren. Insgesamt ist die Ankündigung von Google aber ein positives Signal, dass Cloud Services sich weiter professionalisieren, auch wenn sie dann kostenpflichtig werden. Und so wird es nicht die letzte Abkündigung eines kostenlosen Services sein.

Carsten Mickeleit
Carsten Mickeleit
Carsten Mickeleit ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Cortado Holding AG (vorher ThinPrint AG). Nach seinem Studium arbeitete Carsten Mickeleit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für System und Planungstheorie. 1990 rief er das Systemhaus Carano ins Leben und war hier zuständig für Vertrieb, Marketing und Technologie. 1999 gründete er die ThinPrint AG und entwickelte das Unternehmen - jetzt Cortado Holding AG – zum führenden Anbieter von softwarebasierten Druck- sowie Enterprise-Mobility-Lösungen. Carsten Mickeleit hat einen Universitätsabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin mit Spezialisierung auf Finanzen und Elektronik. Carsten ist Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern und ist leidenschaftlicher Kite Surfer und Snowboarder.